Gesunde Kommune

Die „Gesunde Kommune“ (GK) im Landkreis Bamberg ist ein Kooperationsprojekt zur Gesundheitsförderung, bei dem Bürger gemeinschaftlich selbst aktiv werden und die gesundheitsbezogenen Lebensbedingungen in ihren Heimatgemeinden verbessern. Einen übergeordneten Rahmen für die GK bildet die  Gesundheitsregion plus Bamberg, die sich der Gesundheitsförderung und Prävention in Stadt und Landkreis Bamberg widmet.

Das Bamberger Freiwilligenzentrum CariThek des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg e.V. setzt das Projekt um. Der Landkreis Bamberg unterstützt organisatorisch, berät fachlich und ist Antragsteller der Projektförderung. Die AOK Bayern fördert das Projekt und finanziert somit den Großteil der Projektkosten.
Das Projekt wird in vier ausgewählten Kommunen im Landkreis Bamberg umgesetzt:
Breitengüßbach, Gundelsheim, Königsfeld und Stegaurach. Dort werden „Gesundheitszirkel“ (GZ) aktiv: offene Gruppen von ehrenamtlich engagierten BürgerInnen, die sich mit dem Thema Gesundheit beschäftigen und gesundheitsfördernde Aktionen/Projekte umsetzen.

Projektziele

Ziele des Projektes ist sind

  • gesunde Lebensbedingungen in den Gemeinden entwickeln bzw. verbessern
  • bürgerschaftliches ehrenamtliches Engagement stärken
  • Gesundheit und Gesundheitsbewusstsein der BürgerInnen fördern
  • nachhaltige Strukturen schaffen

Projektlaufzeit und Förderzeitraum

Erste Planungen für das Projekt begannen im Januar 2016; im Sommer 2016 erfolgte die Ausschreibung des Landkreises an die Gemeinden und im Herbst 2016 die Auswahl der vier teilnehmenden Kommunen. Die finanzielle Förderung durch die AOK läuft vom 1. September 2016 bis zum 31. August 2018. Idealerweise endet das Projekt nicht mit dem Ende der finanziellen Förderung, sondern die Gesundheitszirkel setzen ihre Arbeit selbständig fort.

Erweitertes Projektteam

Für das „erweiterte Projektteam“ hat sich in der Umsetzung der Begriff „Steuerkreis“ etabliert, der zugleich die Aufgabe dieser Ebene beschreibt. Angehörige des Steuerkreises sind:

  • die Leiterin des Geschäftsbereichs „Soziales Familie, Jugend, Gesundheit“ am Landratsamt
  • MitarbeiterInnen des Landratsamtes und des Gesundheitsamtes Bamberg
  • die Projektkoordinatorin der CariThek

Der Steuerkreis berät die Projektkoordinatorin, insbesondere fachlich im Bereich Gesundheit und tagt i.d.R. monatlich. In diesen Jours fixes berichtet die Projektkoordinatorin über den jeweiligen Projektstand, Erfolge, Herausforderungen… Gemeinschaftlich werden die nächsten konkreten Schritte im Projekt diskutiert und beschlossen.

Projektkoordinatorin

Die Projektkoordinatorin ist Angestellte der CariThek und für die Umsetzung des Projektes verantwortlich. Ihre Hauptaufgaben sind:

  • Koordination und Moderation der Treffen der Gesundheitszirkel in den Gemeinden
  • Unterstützung und Beratung der „Macher“ der Einzelprojekte in den Gemeinden
  • Informationsvermittlung zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten
  • Dokumentation des Gesamtverlaufs der GK und Evaluation
  • Finanzverwaltung und Abrechnung des Projektes

Betreut und beraten wird sie dabei durch den Steuerkreis und den stellvertretenden Leiter der CariThek.

Politische Gemeinden

Die politischen Gemeinden bewerben sich um die Teilnahme am Projekt. Die ausgewählten Gemeinden beschließen im Gemeinderat offiziell die Teilnahme am Projekt. Sie verpflichten sich, das Projekt im Rahmen ihrer Möglichkeiten ideell, personell und materiell sowie einzelne Aktionen ggf. auch finanziell unterstützen. Ein Mitglied des Gemeinderates übernimmt die Rolle eines Vermittlers zwischen GZ und der politischen Ebene. In der Praxis als wichtig erweist sich die Bereitstellung von Räumen, die Unterstützung durch Mitarbeiter z.B. bei der Protokollführung über die Treffen der GZs und die gute Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern.

Gesundheitszirkel

Gesundheitszirkel sind offene Gruppen von engagierten BürgerInnen. Willkommen sind „Menschen aller Art“, z.B.

  • die „üblichen Verdächtigen“, die bereits in vielen Vereinen u.ä. engagiert sind
  • „Nicht-Vereinsmeier“, die keinem Verein beitreten, aber sich doch engagieren wollen.
  • politische VertreterInnen (BürgermeisterInnen, GemeinderätInnen… darunter einE „VermittlerIn“ s.o.)
  • Beauftragte der Gemeinden (Familien-, Seniorenbeauftragte…)
  • medizinische Fachkräfte (ÄrztInnen, TherapeutInnen, ApothekerInnen…)
  • Laien, die an Gesundheit / einem bestimmten Thema Interesse haben
  • „MacherInnen“, die ein Projekt/eine Aktion umsetzen wollen und hier Unterstützung finden
  • NeubürgerInnen und „schon länger Zugereiste“, die ankommen möchten
  • „JungrentnerInnen“, „ElternzeitlerInnen“ und andere Menschen, die über zeitliche Kapazitäten verfügen
  • EinwohnerInnen, die Interesse an ihrer (Wahl-)Heimat haben

Gemeinsam und unter Anleitung der Projektkoordinatorin macht sich die Gruppe Gedanken über die Begriffe „Gesundheit“ und „Gesundheitsförderung“. Es werden Informationen über vorhandene Angebote (Bestandsaufnahme) und Ideen für neue Projekte gesammelt. Da so eine ganze Sammlung entsteht, werden die für die Gruppe oder auch einzelne TeilnehmerInnen wichtigsten und realistischsten ausgesucht und gemeinsam oder durch Einzelne umgesetzt. Dabei werden keine „Parallelstrukturen“ aufgebaut, sondern vorhandene Einrichtungen und Angebote eingebunden und vernetzt.

In jeder teilnehmenden Gemeinde existiert ein GZ, der gezielt für seinen Ort plant und agiert. Er trifft sich je nach Möglichkeit und Bedarf etwa alle zwei bis drei Monate. Zusätzlich können sich Untergruppen bilden, die sich gezielt mit einzelnen Projekten beschäftigen.
In größeren zeitlichen Abständen kommen VertreterInnen der vier GZs zu Informationsveranstaltungen und zum Austausch zusammen.

Fachlicher Hintergrund und Erfahrungen

Gesundheit wird im Projekt analog zur Verfassung der Weltgesundheitsorganisation WHO definiert:

Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.

Gesundheitsförderung hat daher folgende, schon in der Ottawa-Charta der WHO 1986 genannte wichtige Aufgaben:

  • Gesundheitsförderung zielt über die Entwicklung gesünderer Lebensweisen hinaus auf die Förderung von umfassenden Wohlbefinden
  • Gesundheitsförderung will Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit ermöglichen
  • Gesundheitsförderung muss dort ansetzen, wo Menschen leben, lernen, lieben, arbeiten…  [d.h. zuhause, in ihrer Kommune]

Die Grundidee der Gesunden Kommune im Landkreis Bamberg ist daher, dass BürgerInnen gemeinschaftlich selbst aktiv werden und die gesundheitsbezogenen Lebensbedingungen in ihren Heimatgemeinden verbessern. Sie sind die ExpertInnen für die Lebensbedingungen in ihrer Gemeinde: sie wissen, wo es gut läuft und auch, wo es besser laufen könnte. Und die Erfahrung zeigt: wenn Menschen selbst aktiv werden und selbst bestimmen, profitieren sie stärker und nachhaltiger, als wenn ihnen fertige Konzepte vorgeschlagen werden – seien diese noch so fachlich fundiert und berechtigt.
Diese Projektidee der GK beruht auf den Erfahrungen des Projektes Gesunde Gemeinde, das von 2012 bis 2014 im Landkreis Bamberg durch das Gesundheitsamt Bamberg umgesetzt wurde.

Themenspektrum für Aktionen und Projekte

Die Gesundheitszirkel sind frei in der Themenauswahl, solange diese im Rahmen der projekteigenen Definition von Gesundheit bleiben. Gewählt werden können beispielsweise „typische“ Gesundheitsfaktoren wie Sport und gesunde Ernährung, aber auch Bereiche, die vielleicht erst auf den zweiten Blick mit Gesundheit zu tun haben wie Nachbarschaftshilfe und Barrierefreiheit.

Nachweis Projektumsetzung durch Projektberichte

Die Projektkoordinatorin weist die Projektdurchführung in Form von jährlichen Projektberichten und eines Abschlussberichts nach. Diese enthalten z.B.:

  • Terminübersicht
  • Protokolle der Jours fixes des Steuerkreises (= erweitertes Projektteam)
  • Protokolle der Treffen der Gesundheitszirkel
  • Dokumentation der Öffentlichkeitsarbeit (Pressemitteilungen und Pressespiegel)
  • statistische Auswertungen und Evaluation

Projektkosten und Finanzierung

Folgende Posten werden im Projekt veranschlagt

  • Personalkosten Projektkoordinatorin
  • Personalkosten stellvertr. Leiter der CariThek für Betreuung der Projektkoordinatorin
  • Personalkosten Mitarbeiterinnen des Landratsamtes
  • Sachkosten Bestandsaufnahme
  • Sachkosten Projektumsetzung

Die AOK fördert alle Posten mit Ausnahme der „Personalkosten Mitarbeiterinnen des Landratsamtes“, diese zählen als Eigenmittel des Projektträgers.

Abrechnung

Die Projektkoordinatorin verwaltet die Finanzmittel, größere Ausgaben erfolgen in Abstimmung mit dem Steuerkreis. Die Verwendung der Fördergelder weist sie nach in Form von jährlichen Abrechnungen.

Kontakt

Marion Hartmann
Projektkoordinatorin „Gesunde Kommune“

Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg Bamberg e.V.
Bamberger Freiwilligenzentrum CariThek
Obere Königstraße 4b
96047 Bamberg

Tel. 0951 / 86 04 111
Fax 0951 / 86 04 33 140
marion.hartmann@caritas-bamberg.de